Bau-Auslese Manuel Pestalozzi


Bau-Auslese Manuel Pestalozzi - Texte und Artikel über Architektur und das Bauwesen

Entwerfen


Noch so ein schönes deutsches Wort! Es bezeichnet das Nachdenken und dessen Resultat, das Hingezeichnete – veräussert in der heimlichen Hoffnung, einen wirklich grossen Wurf aufs Papier oder den Bildschirm gezaubert zu haben.
Im Idealfall wird aus dem Entwurf Architektur.

Schon immer fasziniert von der gebauten Umwelt, von Zeichen in der Landschaft und ihrer Bedeutung, habe ich mich bei der Studienwahl für die Architektur entschieden. Ich wollte erfahren, wie es kommt, dass es so ist, wie es eben ist, das Gebaute. Das Architekturstudium erwies sich als eine harte, nützliche Schule.

Architekturlehre als Schule der Wahrnehmung

Weshalb nicht Kunstgeschichte studieren, wenn man sich, wie ich's jetzt tue, in der Betrachtung des von anderen Gebauten ergehen will? Dafür gibt es gute Gründe. Zum ersten erfuhr ich das Architekturstudium als Lehre, die sich mit dem Finden des Machbaren befasst. Gibt man sich auch noch so abgehoben, man fühlt stets die Nähe von Dreck und Staub. Das gibt Bodenhaftung. Und dann war das Architekturstudium eine grossartige Schule der Wahrnehmung. Ich lernte, die Welt im Grossen wie im Kleinen mit neuen Augen zu sehen, Zusammenhänge zu finden und zu würdigen, das Schöne im Hässlichen und das Hässliche im Schönen zu erkennen. Hier liegt für mich der grosse Wert der geschulten Architektensinne. Dies macht das Leben unterhaltsam und interessant.

Architektur ist für mich das, was uns in fast jedem Moment des Lebens umgibt: eine vom Menschen manipulierte Landschaft. Architektur beeinflusst unsere Gemütslage, unter Umständen sogar unsere Gesundheit. Sie ist es Wert, eingehend beschrieben zu werden. Über das Wort ist es möglich, neben der Vermittlung von technischen Fakten die Empfindungen zu begründen, die ein Bauwerk auslöst.

———Begegnungen———

Link zu Fotos von Kumaon

Reihenhäuser
Barakot, 1. Oktober 2014

Der Distrikt Kumaon gehört zum indischen Bundesstaat Uttarakhand und befindet sich im Hügelland des Vorhimalayas. Die Menschen bewirtschaften die Terrassen, die sie den Steilhängen abgerungen haben. Gewohnt wird in Reihenhaustypen, die oft in die Hangstufen hineingebaut sind. Zusammen mit den gepflästerten, mit Mauern eingefassten Vorplätzen wirken die abgelegenen Dörfer erstaunlich urban. Die historische Bausubstanz mit ihren traditionellen Holzschnitzereien ist allerdings in Gefahr. Aus Kostengründen wird heute mit Beton gebaut. Ich erhielt den Auftrag, für eine kleinere Dokumentation (siehe auch auf issuu.com) Fotos zu schiessen.

Der Weg zu mehr Begegnungen

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